Bloggeschichte: Naschkatze

Naschkatze – Finale

 

Isa

Dienstag, 02. September 2014

Oh Gott, wie konnte Max nur so ruhig sein. Seine Miene verriet nichts, sein Ausdruck war starr und seine Stimme klang dunkel und bedrohlich. Ohne ihn hätte ich das niemals so rüberbekommen. Ich war froh, dass er auf meiner Seite stand.
Nun sah ich ihm an, was für ein harter Geschäftspartner er sein konnte und fragte mich, weshalb er am Anfang nicht so zu mir gewesen war.
Ich hätte mich sicherlich irgendwann von ihm einschüchtern lassen und wäre eingeknickt. Genauso wie sein Chef, der nervös und schwitzend vor uns saß.
Anscheinend hatte Max wirklich einen Trumpf in der Hand, sonst hätte Oliver Lübke doch keinen Grund, dermaßen neben der Spur zu sein.
»Sie bluffen«, keifte Herr Lübke und Max lachte selbstbewusst.
»Glauben Sie Johannes Kampe von der Stadt wird nicht zuerst seinen eigenen Hals retten wollen, bevor er auf Ihren achtgibt?«
»Ok!«, sagte Herr Lübke knurrend und ich konnte mir ein erleichtertes Grinsen nicht verkneifen.
»Gut. Unterschreiben Sie hier, und wir werden sofort verschwinden«, sagte Max und schob ihm ein Schreiben samt Stift über den Tisch, welches er zuvor aus seiner Jackeninnentasche gezogen hatte.
Sein Chef las es sich durch, nickte und setzte seine Unterschrift darunter. Am liebsten hätte ich vor Freude aufgeschrien! Ich sah Max von der Seite an, doch bis auf das leichte Glänzen in seinen Augen verriet seine Miene immer noch nichts.
Dafür war er wirklich geschaffen! Notiz an mich, ich musste ihm unbedingt die Verhandlungen mit meinen Lieferanten überlassen …
»Danke. Hat mich gefreut, mit Ihnen Geschäfte zu machen«, sagte Max und stand auf.
»Komm«, sagte er und hielt mir die Hand hin. Ich ergriff sie und wir gingen hinaus.
Vor der Tür angekommen gingen wir schweigend den Bürgersteig ein Stück herunter. Als wir weit genug weg von dem Restaurant waren, ließ ich einen Schrei los, drehte mich um und sprang Max in die Arme. Er lachte und drückte mich an sich. »Das war der Wahnsinn! Danke!«, quietschte ich und verteilte Küsse über sein ganzes Gesicht. »Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht werden würde«, rief ich weiter und er ließ mich wieder herunter.
»Wenn du wüsstest, was alles hinter Lübke Immobilien GmbH steht, würdest du die Frage nicht stellen«, sagte er und hob die Augenbrauen.
»Mir egal! Hauptsache es hat geklappt!«, feierte ich weiter und sprang über den Bürgersteig.
»Darauf müssen wir anstoßen! Ich rufe Pia gleich an, dann gehen wir etwas trinken!« Ich zog mein

Eine halbe Stunde später saßen wir an einem kleinen Tisch einer Bar um die Ecke. Pia war sofort zu uns gekommen und wir bestellten eine Runde Tequila und jeder einen Longdrink zum Anstoßen.
»Ich bin so glücklich, dass es bergauf geht, Mopsie!«, strahlte Pia und stieß ihr Schnapsglas gegen meins.
»Ich auch! Und das Ding mit den Cupcakes läuft wirklich super! Ich muss mir keine Sorgen mehr über das danach machen! Vielleicht kann ich mir sogar einen Mitarbeiter leisten und mal wieder in Urlaub fahren!« ,rief ich voller Vorfreude und zwinkerte Max mit Ausblick auf die gemeinsame Freizeit zu.
»Also Ladys, eins müsst ihr mir aber noch erklären. Was hat es mit diesen Spitznamen auf sich?«
Pia und ich sahen uns an, und prusteten vor Lachen los. Ich machte eine wegwerfende Handbewegung und lehnte mich zu Max, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken.
»Das, mein Lieber, erzähl ich dir ein andermal.«
Er schlang seine Arme um mich, und zog mich an sich. Ich roch sein herbes Aftershave, und spürte seinen Atem über mein Gesicht streifen, während seine Lippen kurz vor meinen schwebten. »Ein Glück, haben wir nun sehr viel Zeit dazu.«
Mein Herz raste, ich versank völlig in unserem Kuss und konnte sogar fast Pias gespielte Würgegeräusche und den Ruf »Sucht euch ein Zimmer!«, im Hintergrund ausblenden.
Nun machte mein Leben endlich wieder einen ganzen Satz nach vorne.

 

Epilog

Tom blieb in sicherer Entfernung stehen und erkannte mit zusammengezogenen Augenbrauen das Pärchen, welches aus dem Restaurant La Cucina heraustrat. In seinem Magen brodelte es und unkontrollierte Wut stieg in ihm auf.
Wie konnte sie es wagen? Alles hatte er jahrelang für sie getan. Ihr geholfen und jeden Scheiß hinterhergetragen. Und nun hüpfte sie mit dem erstbesten Sonnyboy ins Bett, der in ihren Laden stiefelte und ihr schöne Augen machte. An sich hatte er sie gerissen, sie benutzt, und Isa war so dumm, es nicht zu merken.
Und nun turtelten sie und dieser Maklerpenner auch noch offen auf der Straße vor ihm rum. Das war eindeutig zuviel!
Er sah, wie sie sich entfernten und um die Ecke bogen. Tom löste seine verkrampften Hände, die sich zu Fäusten geballt hatten, und ging zum Eingang des Restaurants. Er trat ein, ließ einen Blick durch den Raum schweifen und sah die Person, mit der er sich hier verabredet hatte. Vor seinem Tisch kam er zum Stehen.
»Herr Lübke. Schön, dass Sie Zeit für mich gefunden haben.«
Sein Gesprächspartner nickte. »Herr Hartmann. Setzen Sie sich doch. Ich war über ihren Anruf überrascht, aber bin sehr gespannt, was Sie mir vorschlagen können.«
Oliver Lübke deutete auf den Stuhl vor sich und Tom nahm Platz.
Er war sich sicherer denn je, es durchziehen zu wollen.

 

3 Gedanken zu „Naschkatze – Finale

  1. Oh nein es kann doch nicht vorbei sein Ich liebe Deine Geschichte und habe mich immer riesig über jeden Newsletter von Dir gefreut. Was muss ich machen damit Du Naschkatze weiterschreibst?

    Lg Summer

    1. Das ist eine sehr gute Frage!! Freut mich, dass es dir bis jetzt gefallen hat, vielleicht kommt bei Tom und Olivia noch was… 😀

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