Bloggeschichte: Naschkatze

Naschkatze – Episode 23

 

Isa

Mittwoch, 27. August 2014

Sein durchtrainierter Körper war der Inbegriff von heiß. Ich fühlte mich noch nie so scharf, wie in diesem Moment, während er sich über mir abstützte und sich Stück für Stück langsam in mich schob. Die Muskeln seiner Oberarme spannten sich unter seinem Gewicht an, und sein Blick wanderte lustvoll über mein Gesicht.
Wir keuchten beide laut, weil die Intensität des Gefühls einfach viel zu heftig war. Mit meinen Fingernägeln kratzte ich über die Haut seiner Schultern und fühlte, wie sich eine Gänsehaut darüber zog. Sein Mund senkte sich auf meinen herab und zärtlich knabberte er an meiner Lippe, bis er sich komplett in mir versenkte und ich laut aufstöhnte.
Seine Bewegungen wurden schneller, ich kippte das Becken, um noch mehr von ihm aufzunehmen. Unsere Zungen umkreisten sich und sein warmer Atem strich mir über das Gesicht.
Der Höhepunkt baute sich bereits in mir auf, und kribbelte heftig durch meinen gesamten Unterleib. Mit einem Ruck drehte sich Max auf den Rücken und zog mich mit sich. Nun saß ich rittlings auf ihm und er führte seine Hände an meine Hüften, dirigierte mich auf seiner Härte. Meine Klit strich über seine Haut, heiß-kalte Schauer ergriffen mich. Ich stützte mich mit meinen Händen auf seiner Brust ab und wiegte mich in einem regelmäßigen, immer schneller werdenden Takt vor und zurück. Max stöhnte ebenfalls immer lauter und seine Härte pochte heiß in mir. »Sieh mich an«, seine raue Stimme schob mich direkt über die Klippe. Der Orgasmus überrollte mich wie eine riesige Flutwelle und spülte meinen Verstand mit sich fort. Laut stöhnte ich seinen Namen und spürte, wie er seine Finger an meinen Hüften verkrampfte und mir ebenfalls folgte, während wir uns weiterhin tief in die Augen sahen.

Wir lagen beide auf dem Rücken und ich hatte meinen Kopf auf seinen Arm gelegt, den er um mich geschlungen hielt. Jeder von uns hatte einige Minuten gebraucht, bis das unglaubliche Gefühl, welches wir soeben gemeinsam erlebt hatten, vollständig abklang.
Max hatte die Decke über uns gezogen und darunter streichelte er zart meinen Arm.
Er küsste mich auf den Scheitel. »Es war unglaublich und ich möchte ungern unromantisch sein, aber …« Ich drehte meinen Kopf in seine Richtung, » … wir sollten über den Brief reden, den mein Chef dir gegeben hat.«
Ich stütze mich auf den Unterarmen ab und nickte: »Ja, das sollten wir«
Max zog seinen Arm zu sich und drehte sich auf die Seite, damit wir uns ansehen konnten.
»Ich weiß zufällig, dass mein Chef diese Anordnung nicht ganz legal erhalten hat.«
»Das bedeutet?«, fragte ich ihn, denn er hatte meine Neugierde geweckt.
»Das bedeutet, dass er einen Beamten bei der Stadt geschmiert hat. Wenn so etwas rauskommt, kann er sein Büro dicht machen. Und glaub mir, ich hab in den letzten Jahren einiges von solchen Geschäften mitbekommen.«
Ich kaute nervös auf meinem Zeigefinger. »Hast du da mitgemacht?«, fragte ich und hatte fast Angst vor der Antwort.
Er wich betroffen meinem Blick aus. »Um ehrlich zu sein, hatten mich die Geschichten hinter den Menschen, denen wir Objekte abgekauft haben, bisher nie wirklich interessiert. Ich habe es nur als Job gesehen, in dem ich einfach verdammt gut war. Der mir Spaß gemacht hat.«
Ich nickte. »Verstehe. Bis jetzt?« Er beugte sich zu mir und gab mir einen Kuss. »Bis jetzt.« Ein zufriedenes Lächeln stahl sich auf meine Lippen.
»Ich weiß auch schon genau, was für einen Deal wir ihm vorschlagen können« , sagte er und ich hörte ihm gespannt zu, während er mir seinen Plan von Anfang bis Ende erklärte.

Isa

Dienstag, 02. September 2014

Glücklicherweise befand sich Max‘ Wohnung nur einige Gehminuten entfernt zu meinem Laden. Es waren einige Tage seit dem Vorfall mit seinem Chef vergangen, aber Max meinte, wir sollten ihn einige Zeit in Sicherheit wiegen, um ihm dann das von uns überlegte Geschäft vorschlagen zu können.
Wir standen nun wieder Seite an Seite hinter dem Tresen. Ab und zu schenkten wir uns gegenseitig ein Lächeln oder berührten uns flüchtig, wenn wir aneinander vorbei gingen. Ich genoss das Gefühl, nicht mehr alleine sein zu müssen, sehr.
Der Laden war brechend voll und Max musste mir sogar einige alte Tische aus dem Keller hochtragen, weil die Plätze bei weitem nicht mehr für alle Gäste ausreichten.
Tom hatte die letzten Tage mit der Webseite Werbung gemacht und sogar Flyer drucken lassen, die er als Überraschung für mich in der Innenstadt verteilt hatte.
Die verschiedenen Cupcakes kamen super an, und ich erhielt fast täglich außer Haus Bestellungen für Geburtstage oder sogar Hochzeiten.
Kaum kam ich noch zum Luftholen und war froh, dass Max mir bereitwillig half und es ihm anscheinend sogar Spaß machte.
Langsam musste ich über einen weiteren Mitarbeiter nachdenken, zumindest eine Bedienung, denn das Backen nahm meine gesamte Zeit in Anspruch.
»Hi Isa!«, rief Tom freundlich, und betrat den Laden. Sein »Hallo Max« war etwas weniger erfreut und ich machte mir eine geistige Notiz, unbedingt mal mit ihm darüber zu sprechen. Vielleicht hatte Max doch recht, und Tom hatte sich mehr zwischen uns erhofft.
»Hi!«, begrüßte ihn auch Max leicht unterkühlt.
»Hallo Tom!«, antwortete ich ihm und putzte mir die mehligen Hände an der Schürze ab. Er kam zu mir, drückte mich an sich und streckte mir ein Bündel Flyer entgegen.
»Super, danke! Die können wir an die Gäste verteilen, damit sie Werbung für uns machen.«
»Gute Idee«, bestätigte Tom und stellte sich vor die Theke.
»Möchtest du etwas? Tee, Frühstück?«, fragte ich ihn und er schüttelte den Kopf.
»Nein danke, ich muss gleich wieder los«, sagte er und schielte hinüber zu Max.
Komisch war auch, dass Tom, seit Max neben mir stand, nicht mehr länger als fünf Minuten im Laden blieb. Sobald Max da war, was er mittlerweile jeden Tag war, verschwand Tom sofort wieder.
»Hast du vielleicht noch eine Minute? Können wir mal rausgehen?«, fragte ich ihn und verwirrt blickte mir Tom entgegen, nickte dann aber. »Natürlich.«
Ich gab Max mit einem kurzen Blick zu verstehen, dass er hierbleiben sollte, und ging mit Tom Richtung Tür.
Wir traten ins Freie und spazierten ein paar Meter, bevor wir stehenblieben.
»Ist alles in Ordnung bei dir, Tom?«, fragte ich ihn besorgt und verschränkte die Arme vor der Brust.
»Ja natürlich. Was soll denn sein?«
»Du bist so komisch in letzter Zeit. Ist vielleicht irgendetwas mit Max? Ihr redet kaum miteinander.«
Tom schnaubte verächtlich. »Isa, denkst du, ein Mensch kann sich in wenigen Tagen um 180 Grad drehen?«, platzte es aus ihm heraus.
»Was meinst du?«, fragte ich ihn, weil ich nicht wusste, auf was er hinaus wollte.
»Der glatte Makler, der dich vor einigen Wochen noch komplett ausnehmen wollte. Und jetzt steht er in deinem Laden und tut so, als wäre nichts gewesen.« Seine Stimme klang bitter und ich schüttelte den Kopf. »Nein, so ist das nicht. Wir haben uns kennengelernt und er hat gemerkt, dass es nicht okay von ihm war.«
»Kennengelernt!«, keifte er und ich blinzelte ungläubig vor seiner plötzlichen Wut. »Als ob er dich genausogut kennt wie ich. Ich war die letzten Jahre für dich da! Er will dich doch nur ins Bett bekommen!«, sagte er scharf und ich wunderte mich über sein Verhalten. So kannte ich ihn nicht. Den ruhigen Tom, der nie ein böses Wort über andere verlor.
Er ging einen Schritt auf mich zu und umgriff meine Schultern mit seinen Händen.
»Isa, ich …« Er stockte und ich spürte seine Anspannung, weil seine Finger meine Schultern etwas zu fest drückten.
»Ich weiß nicht, wie ich das jetzt sagen soll, aber … Ich dachte immer, wir könnten vielleicht …«
»Was?«, unterbrach ich ihn, bevor er etwas sagte, was er sicherlich hinterher bereuen würde. War ihm unsere Freundschaft denn nichts mehr Wert? Wollte er sie wegen einer Schwärmerei aufs Spiel setzen?
»Wieso er?«, fragte er mich nur und ich sah seinen gequälten Blick. »Ich habe doch alles für dich gemacht. Wegen mir hast du so viele Gäste!»
Ich trat einen Schritt zurück und wandt mich aus seinem Griff.
»Ich danke dir auch, von ganzem Herzen. Aber Tom, du bist wie ein Bruder für mich.«
»Ein Bruder … «, sagte er verächtlich, »Ich kann das nicht mehr.«
Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging die Straße hinunter.
Fassungslos stand ich da und fühlte mich einsam. Mein bester Freund hatte mich verlassen. Einfach so.

Ein Gedanke zu „Naschkatze – Episode 23

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.