Bloggeschichte: Naschkatze

Naschkatze – Episode 17

 

Isa

Dienstag, 26. August 2014

Zuhause angekommen ging ich in meine Wohnung und auf direktem Weg zu Mister Bean, um ihm sein Halsband anzulegen.
Max hatte mich darum gebeten, sich erklären zu dürfen. Ich hatte die Verzweiflung in seinen Augen aufblitzen sehen und konnte einfach nicht nein sagen. Außerdem freute ich mich insgeheim darüber, dass er sich Gedanken darum machte, was ich von der Sache heute in seinem Büro hielt.
Wäre es ihm egal gewesen, hätte er mich einfach gehen lassen können.
Aber das hatte er nicht.
Mit klopfendem Herzen ging ich über die Straße und erreichte den gewohnten Park. Die Frage war nur, wo wollte er mich treffen?
Ich löste die Leine am Halsband meines Hundes, der mit der Nase am Boden Richtung Gebüsche am Wegrand trottete.
Langsam lief ich los und blickte mich überall um. Bis ich in weiter Ferne eine große Statur in Hemd und Anzugshose, und einen dunkelbraunen Schopf erkannte. Er ging direkt auf mich zu und blieb vor mir stehen. »Hi. Danke, dass du gekommen bist.«
Ich nickte. »Dann schieß mal los! Was sollte der Auftritt?«, fragte ich ihn vorwurfsvoll.
»Es tut mir leid. Mein Chef hat mich gestern damit total überrumpelt. Ich wusste von nichts und musste das Spiel mitspielen. Es ändert nichts an der ganzen Sache zwischen uns, okay?«
»Du hättest mich wenigstens vorwarnen können«, sagte ich trotzdem noch enttäuscht.
Er trat noch einen Schritt auf mich zu und eine Duftwelle zog zu mir herüber. »Und die Maschine war nicht zur Bestechung. Einfach nur ein Geschenk. Wirklich!«, sagte er und blickte mir mit seinen grün-braunen Augen eindringlich entgegen, »Bitte behalte sie.«
Ich brachte kaum mehr als ein Nicken zustande und erwiderte ein einziges, »Okay.«
Er hielt mich völlig in seinem Bann. Selbst wenn ich wollte, hätte ich keine Chance gehabt, diesem zu entkommen.
»Wollen wir ein Stück zusammen gehen?«, fragte er mich und wir setzten uns in Bewegung.
Einige Zeit gingen wir schweigend nebeneinander her. Ab und zu berührten sich unsere Schultern und ich schaute entweder auf den Boden oder Mister Bean hinterher.
»Darf ich fragen, wie lange du dich schon alleine um den Laden kümmerst?«, durchbrach er die Stille.
»Sieben Jahre ist es jetzt her. Und kein Tag vergeht, an dem ich nicht daran denke, wie es war, als meine Eltern noch jeden Tag glücklich im Laden standen«, antwortete ich ihm und kickte einen Stein über den Weg.
»Es tut mir leid«, sagte er leise.
Ich zuckte mit den Schultern. »Braucht es nicht, du kannst ja nichts dafür«
»Es war sicherlich hart, sich ganz alleine um alles zu kümmern. Ich kann mir das nicht mal ansatzweise vorstellen. Meine Eltern sind zwar glücklicherweise noch da, aber wir haben kein besonders gutes Verhältnis«, erzählte er mir und ich war überrascht über seine Offenheit.
»Wieso nicht?«, fragte ich ihn und er antwortete, »Sie sind vielleicht nicht das, was man als liebende Eltern bezeichnen würde. Meine Schwester und ich wurden meistens bei Kindermädchen abgegeben, weil meine Eltern sich um irgendwelche Verpflichtungen wie Golfreisen oder Abendessen mit Geschäftspartner kümmern mussten.«
Ich hörte die Bitterkeit in seiner Stimme. »Du hast eine Schwester?«
»Ja!«, strahlte er und ich sah im Augenwinkel, wie er mich ansah. »Sie ist einige Jahre jünger, als ich. Die häufige Abwesenheit unserer Eltern hat uns ziemlich zusammengeschweißt.«
Ich blieb stehen und sah ihm in die Augen. »Du bist bestimmt ein guter großer Bruder«, sagte ich ihm und sah sein stolzes Grinsen auf den Lippen.
»Oh ja! Vielleicht manchmal immer noch etwas zu streng. Aber so sind wir großen Brüder eben«, er zuckte mit den Schultern und lachte kurz auf. Ich war froh, dass sich seine Stimmung wieder aufhellte und wir liefen weiter.
»Und Tom, ist ein Freund?«, fragte er mich und diesmal musste ich lachen. »Ja. Mein Bester. Er und meine Freundin Pia waren schon immer für mich da. Seit der Schulzeit sehen wir uns mehrmals wöchentlich. Er ist ein absolutes Computergenie, aber mit Menschen hat er es nicht so. Entschuldige auch seinen Auftritt letztens in der Bäckerei.«
»Ist ja nicht viel passiert. Er sah nur recht misstrauisch aus, und ich hatte den Eindruck auch ein wenig eifersüchtig.«
Ich schüttelte meinen Kopf. »Auf gar keinen Fall! Tom und ich sind nur Freunde! Niemals würde er irgendetwas anderes wollen.«
»Unterschätze nicht, wie Männer manchmal sind. Vor allem bei so einer Frau, wie du es bist.«
Was meinte er denn damit? Wollte er mich veräppeln? »Was bin ich denn für eine?«
Max blieb stehen und ergriff meine Hand, ich drehte mich zu ihm um und schaute überrascht auf seine Finger, die er mit meinen verhakte.
»Eine unglaublich vielseitige, leidenschaftliche und interessante Frau. Jeder Mann würde sich die Finger nach dir lecken. Und dein Aussehen spielt dir auch ziemlich in die Karten.« Er zwinkerte mir zu und ich spürte, wie die Röte in mein Gesicht schoss. War das wieder seine altbekannte Masche oder meinte er es ernst? Ich wurde einfach nicht schlau aus dem Kerl.
»Hör auf darüber nachzudenken, und nimm es einfach an«, raunte er mir zu und ich schluckte. Woher wusste er, was ich dachte?
Er zog mich näher an sich, so nah, dass sich seine Brust und meine berührten. Ich spürte, wie sein Brustkorb sich unter seinen schnellen Atemzügen hob und senkte. Seine Zunge leckte über seine Lippen und ich beobachtete das Spiel. Mein Verlangen, sie zu spüren, wurde übermächtig und ließ mich mutiger werden. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und reckte mich ihm entgegen. Diese eine Bewegung genügte, damit er verstand, was ich bereit war, zu tun.
Er ließ meine Finger los und umgriff mein Gesicht, zog mich zu sich ran und raunte kurz vor meinen Lippen: »Keine Rückzieher mehr, das verkrafte ich nicht.«
Ich schüttelte, soweit es mir zwischen seinen Händen möglich war, den Kopf und er presste seinen Mund auf meinen.
Mein Herz klopfte heftig in meiner Brust, in meinem Bauch flatterten hunderte von Schmetterlingen. Ich öffnete den Mund und ließ in ein. Unsere Zungen umkreisten sich und in meinem Unterleib pulsierte es.
Ich umgriff seine Hüften, streichelte seinen Rücken über dem dunkelblauen Hemd, welches er trug. Seine Hände fanden ebenfalls meine Rückseite und strichen bis zum Ansatz meines Pos. Etwas fester drückte er mich gegen sich und ich spürte, dass auch er mehr wollte. Sehr viel mehr.
»Wenn wir jetzt nicht aufhören, muss ich dich in das nächste Gebüsch ziehen, das ist dir hoffentlich klar«, flüsterte er atemlos, nachdem er sich kurz von mir gelöst hatte.
»Ich hab nichts dagegen«, antwortete ich ihm flüsternd und er stöhnte laut auf. »Sag sowas nicht! Komm!«
Er ergriff meine Hand und zog mich zu meiner Wohnung zurück.
Ich rief nach Mister Bean, der uns glücklicherweise gleich folgte.
Fast rennend eilten wir die Straße hinunter und ich schloss die Tür, die direkt in meine Wohnung führte, auf. Mister Bean lief bereits die Treppen nach oben. Ich trat ein, drehte mich dann zu Max um: »Kommst du?«, fragte ich ihn und ich sah sein Zögern in seinen Augen.
»Vielleicht, sollten wir doch etwas langsamer machen. Ich möchte nichts überstürzen.«
Enttäuscht ließ ich die Schultern sinken. Also wollte er mich doch nicht so, wie ich ihn. Hatte ich zuviel hineininterpretiert?
»Dann, sehen wir uns morgen?«, fragte ich mit einem letzten Funken Hoffnung und er nickte lächelnd. »Auf jeden Fall!« Wir verabschiedeten uns mit einem züchtigen Kuss und mit einem letzten frustrierten Seufzen, betrat ich meine Wohnung.

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