Blogroman: Poison

Blogroman – Poison – Kapitel 6

Jaden

An meinem Platz, angelehnt an mein Auto auf dem dunklen Parkplatz, beobachtete ich jeden ihrer Schritte durch die Glasfronten. Ich hatte gesehen, wie sie erhobenen Hauptes den Flur verlassen hatte, nur um zu sehen, dass ich weg war. Dass ihre Miene sich dabei einen ganz kleinen Moment verändert hatte, gefiel mir ausgesprochen gut, denn es zeigte eindeutiges Interesse. Machte es mir auf jeden Fall einfacher. Und nicht nur das.
Dass Nico sich die Brünette gekrallt, und freiwillig unsere Wette sausen gelassen hatte, fand ich besonders interessant. Er war normalerweise ebenfalls ein Typ, der nicht verlieren konnte, aber anscheinend war ein sicherer Fick für ihn Grund genug aufzugeben.
Sie verabschiedete sich von ihrer Freundin und trat vor die Tür. Ich drückte mich mit verschränkten Armen noch etwas enger gegen meinen Wagen, damit der dünne Lichtkegel der Straßenlampe mich nicht verriet. Sie blieb stehen, zog ihr Handy aus der Handtasche, genauso wie meine Visitenkarte, und mein Grinsen wurde breiter. Ich wusste, der Kick, den ich ihr gegeben hatte, würde über sie bestimmen und sie würde sich bei mir melden.
Sie zögerte und tippte einige Male mit dem Fuß auf, daraufhin gab sie etwas in ihr Telefon ein und in meiner Hosentasche begann es zu vibrieren. Natürlich nahm ich nicht ab. Wieso auch, ich hatte sie doch hier furchtbar gut im Blick. Und was ich sah, gefiel mir immer besser.
Sie legte seufzend auf und kaute auf ihrer vollen Unterlippe. Es nervte sie, nicht das zu kriegen, was sie wollte. Und mich machte es unfassbar an, zu sehen, dass sie anscheinend genauso auf mich reagierte, wie ich auf sie.
Sie steckte das Handy weg und bevor sie sich in Bewegung setzen konnte, drückte ich mich von meinem Auto ab und lief auf sie zu. Jede andere Frau hätte sich wohl ängstlich umgeschaut, wenn ein Mann einfach aus der Dunkelheit aufgetaucht wäre, aber sie zuckte noch nicht mal mit der Wimper. Glücklicherweise blieb sie wenigstens stehen, aber ihre Augen wurden überrascht größer, als sie mich erkannte.
»Hey«, sagte ich, als wäre nichts gewesen und sie schüttelte den Kopf.
»Vergiss es. Ich hab keine Lust auf solche blöden Spielchen.« Ich musste lachen und sie hielt kurz inne, ging daraufhin weiter. Rasch trat ich vor sie und versperrte ihr den Weg. Sie verschränkte die Arme vor ihren Brüsten und drückte diese dabei noch weiter aus ihrem Ausschnitt nach oben. Unvermittelt musste ich mir über die Lippen lecken und nicht jugendfreie Bilder überfluteten meinen Kopf.
»Was soll der Mist?«, fragte sie unbeeindruckt.
»Du hast angerufen.«
»Ja, leider …«, sagte sie seufzend und wollte sich an mir vorbeidrücken. Fest packte ich ihre Schultern und zog sie wieder vor mich. Ihre Atmung ging ein kleines Bisschen schneller und ihre ungewöhnlichen Augen funkelten mich kampflustig an.
»Mit deinem Anruf hast du dein Schicksal heute Nacht besiegelt …«
Ihre Mundwinkel zuckten. »Wieso, bist du ein Serienkiller und mein letztes Stündchen hat geschlagen?«, fragte sie mit einem ironischen Unterton.
Oh Baby, du weißt gar nicht, wie sehr du gerade ins Schwarze getroffen hast.
Ich lehnte mich ein Stück zu ihr herunter und meine Lippen schwebten knapp vor ihrem Ohr.
»Bin ich. Aber ich möchte andere Sachen von dir, als dein Leben.«
Sie schluckte und ich spürte die Gänsehaut ihre Arme hinunterkriechen, als ich mit meinen Fingerspitzen darüber strich und sie an einer Hand packte.
»Du fährst mit mir.«
»Ja, klar. Ich fahre dir höchstens hinterher«, sagte sie und wollte sich aus meinem Griff winden. Konnte sie vergessen.
Ich wollte sie und würde sie nicht eher gehen lassen, bis ich meine Lust auf sie gestillt hatte. Außerdem konnte sie nicht abstreiten, dass es sie nicht anmachte, wenn ich über sie bestimmte. Ich sah es an ihrer Körperhaltung, ihren rosigen Wangen und daran, dass sie sich fast unablässig über die Lippen leckte.
Ich zog sie erneut an mich und sie stützte sich mit ihrer freien Hand auf meiner Brust ab. Das Gefühl ihrer Berührung schoss mir auf direktem Weg in meine Lenden und ihr köstlicher Duft vernebelte meine Sinne. »Spiel ruhig die Unnahbare, aber ich weiß genau, was du willst. Und du kannst dir sicher sein, es heute endlich zu bekommen.« Damit zog ich sie zu meinem Auto und half ihr galant auf meinen Beifahrersitz. Als ich mich neben sie gesetzt hatte, startete ich meinen Jaguar und hörte ihr Schnauben.
»Du hast wirklich wahnsinnig schlechte Manieren, hat dir das mal jemand gesagt?«, sagte sie und ich spürte ihren Blick auf meinem Profil.
»Ich bekomme verdammten Ärger mit meiner Mum, wenn sie wüsste, was du behauptest«, grinste ich, denn das war tatsächlich so. Ich war zweiunddreißig Jahre alt und Auftragskiller. Aber wenn ich vor etwas auch nur annähernd Respekt hatte, dann vor dem Groll meiner Mutter, wenn sie dachte, ich würde meine Manieren vergessen.
Kein Spaß.
Sie lachte trotzdem. »Seit wann hat der Teufel eine Mutter?« Ich würde mich nicht unbedingt als Teufel bezeichnen, aber Flügel zählten wohl auch nicht zu meiner Ausstattung. Doch irgendwie hatte ich den Eindruck, sie würde es noch nicht mal wirklich stören, wenn ich es tatsächlich wäre.
»Wie kommst du darauf, dass ich keine Manieren hätte?«, lenkte ich von meiner Familie ab, die sie rein gar nichts anzugehen hatte.
»Du weißt noch nicht mal meinen Namen und entführst mich jetzt nach was-weiß-ich-wo. Das nenn ich nicht unbedingt gentlemanlike.«
»Wieso denkst du, ich kenne deinen Namen nicht, Vivienne«, schmunzelte ich und sah kurz zu ihr hinüber. Ihr fiel überrascht alles aus dem Gesicht. Ich kannte ihren Namen schon, bevor ich sie überhaupt in dem Flur angesprochen hatte. Denn ihre Freundin hatte ihn mir prompt verraten, als ich einen kurzen Zwischenstopp bei ihr und Nico eingelegt hatte.
Langsam löste ich meine rechte Hand vom Schaltknüppel und legte diese auf ihr nacktes Bein. Ihre Haut war warm und weich und ich wanderte leicht mit den Fingerspitzen an dem Saum ihres knappen Kleides entlang. Ich hatte genug vom Reden.
»Zieh dein Höschen aus«, knurrte ich und sie sog scharf die Luft ein.
»Wie bitte?«
»Ich wiederhole mich nicht gern, du hast es genau verstanden. Außerdem brauchst du es nicht, an dem Ort, an den ich dich entführe.«
Ich zog meine Hand zurück und legte sie aufs Lenkrad, nur damit ich nicht weiterging. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, sie in diesem Moment nicht noch einmal zu berühren, denn am liebsten hätte ich sie schon hier in meinem Auto genommen. Ohne ein Widerwort tat sie, was ich ihr befohlen hatte.
»Gib es mir«, sagte ich und streckte ihr meine flache Hand hin. Sie zögerte, legte mir das Stück Stoff jedoch zwischen die Finger. Sie sollte bloß nicht auf die Idee kommen, es wieder heimlich anzuziehen. Ich steckte es in meine Hosentasche und unterdrückte den Drang, meine Nase daran zu setzen.
Nach kurzer Fahrt fuhr ich auf die gepflasterte Einfahrt unseres Ziels. Sie sah neugierig aus dem Frontfenster und ihre Augen wanderten über die hellbraune Backsteinfassade. Von außen war das Dark Pleasure relativ unscheinbar, nichts im Vergleich dazu, was uns innen erwarten würde.
Ich stieg aus und umrundete mein Auto. Als ich ihr die Beifahrertür aufmachte und ihr meine Hand hinhielt, schmunzelte sie leicht. Ich zog sie hinaus und umschlang ihren schlanken Körper mit meinen Armen. Sie fühlte sich wirklich fantastisch an und ich konnte es kaum erwarten, endlich alles von ihr zu bekommen.
Meine Hand wanderte hinunter zu ihrem Po und ich drückte sie daran leicht gegen meinen bereits jubelnden Schwanz. Das Türkis ihrer Augen nahm einen dunkleren Ton an, als sie spürte, was sie mit mir machte und ich setzte eine Hand an ihre Wange. Verdammt, der Drang sie zu küssen wurde von Sekunde zu Sekunde stärker. Vor allem, als sie sich in den Stoff meines Anzugs krallte und ich ihr unterdrücktes Stöhnen vernahm.
Räuspernd löste ich mich von ihr und nahm ihre Finger wieder in meine Hand. Es war zuviel, zu intensiv. Der übliche Plan war sie zu ficken, sie vielleicht zu unterwerfen und vor allem danach wieder loszuwerden. Fürs Küssen hatte ich genug Zeit, wenn ich in ihr war. Rumknutscherei war sonst nichts für mich.
Wir betraten über die breite steinerne Treppe das Foyer der Villa.
»Hallo, Mister Archer«, begrüßte mich die Empfangsdame mit einem lasziven Grinsen und strich sich eine blonde Strähne hinter das Ohr.
»Hallo, Judy.« Ich spürte Viviennes irritierten Blick. Hatte sie gedacht, sie wäre die Erste, die mit mir hier herkam? Merkwürdiger Gedanke …
Judy legte zwei Schlüssel auf den Tresen.
»Heute das grüne oder das rote Zimmer, Mister Archer?«, fragte sie und ich sah kurz zu meiner Begleitung. War sie wirklich bereit für das rote Zimmer?

Wie soll sich Jaden entscheiden?

Das grüne Zimmer?

Das rote Zimmer?

 

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7 Gedanken zu „Blogroman – Poison – Kapitel 6

  1. Super…
    Hmmmm… gute frage…
    Da ich annehme, dass das rote Zimmer bedeutet, das es nur für fortgeschrittene bdsmler ist, hmmm wäre interessant, aber ich bin mir nicht ganz sicher… vielleicht lieber das grüne, erstmal

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