Blogroman: Poison

Blogroman – Poison – Kapitel 13

 

 

Vivienne

»Okay, das ist jetzt unglücklich, aber erinnerst du dich an Nico?«, fragte Jaden, nachdem er zurück ins Wohnzimmer gekommen war.
»Dein Freund aus der Bar?«
Er nickte. »Nico ist nicht wirklich ein Freund, schon irgendwie, aber eigentlich ist er mehr ein Kollege …«
»Genau deswegen arbeite ich alleine …«, murmelte ich, während Jaden schon auf mich zulief und an der Hand nach oben zog.
»Das Gute ist, wir sind zu zweit und können beide mit einer Waffe umgehen«, sagte er und zwinkerte mir zu.
»Und das Schlechte?«
»Nico wird auch der Butcher genannt …«
Ich zog eine Augenbraue hoch und sah ihn an. »Will ich wissen, was genau das bedeutet?«
»Nein!«, sagte er bestimmt, drückte mir einen schnellen Kuss auf die Lippen und steuerte mit mir im Schlepptau seine Eingangstür an.
»Er braucht einige Zeit, bis er hier drinnen ist, wir sollten die Treppe nach unten nehmen. Dort können wir ihm wenigstens ausweichen, im Aufzug nicht.«
Wir verließen Jadens Wohnung, stürmten über den Flur zum Treppenhaus und begannen den Abstieg aus dem zehnten Stock.
»Moment!«, rief ich ihm zu, blieb ab der Hälfte stehen und zog meine Pumps aus. »Ich hab mich heute nicht unbedingt für eine Verfolgungsjagd angezogen …« Meine Schuhe ließ ich einfach stehen und nickte Jaden zu, damit wir weiterkonnten. Über das Problem, dass ich nun barfuß weitermusste, machte ich mir gerade gar keine Gedanken. Jetzt galt erst einmal hier wegzukommen.
Unten angekommen zog Jaden eine Waffe aus einem Holster unter seinem Jackett und ich meine aus meiner Handtasche. Glücklicherweise hatte ich diese vorhin vom Toilettenboden gefischt und wieder eingesteckt. Genauso wie Jadens schönes Butterfly, was mir bestimmt auch noch nützlich sein könnte.
»Die einzige Chance ist mein Auto auf der gegenüberliegenden Seite. Wenn wir das erreichen, kommen wir hier weg«, sagte Jaden leise, drückte die Klinke der Ausgangstür auf und spähte hinaus. »Sieht sauber aus.«
Langsam traten wir hinaus und nun mischte doch ein wenig Aufregung in meiner Brust mit. Geduckt, mit den Waffen auf Anschlag, steuerten wir auf den Jaguar zu. Bis plötzlich, knapp unseren Köpfen, eine Kugel an uns vorbeiflog.
»Mist!«, rief Jaden und zog mich hinter eine Säule in Deckung. »Oh man, wieso Nico …«, murmelte er und ich drückte mich mit dem Rücken eng gegen den kalten Stein.
»Echt blöd, dass du den Auftrag nicht einfach erledigen konntest!«, hörten wir Nicos Stimme und Jaden schnaubte.
»Ja, blöd für dich, dass Mattia dich geschickt hat!«, rief er und Nico lachte. Vorsichtig spähte ich aus unserer Deckung und sah, wie Nico ebenfalls auf der anderen Seite hinter einer Säule verschwand.
»Einer muss ihn ablenken, damit der andere ihn erledigen kann«, flüsterte ich zu Jaden und er nickte.
»Was glaubst du, wie es Natascha findet, wenn du ihre beste Freundin umbringst?«, rief ich und Jaden sah mich stirnrunzelnd an.
»Geht da immer noch was mit den Beiden?«, flüsterte er und ich nickte. »Anscheinend.«
»Sie muss ja nicht wissen, dass ich es war. Offiziell hat Jaden immer noch den Auftrag«, rief er.
»Das mögen wir Frauen! Ehrlichkeit ist der Motor einer Beziehung!«, lachte ich spöttisch und hörte ein Schnauben.
Ein weiterer Schuss flog knapp an meiner Seite vorbei und einzelne Steinbrocken der Säule bröckelten auf den Boden.
»Das sollte nicht mehr dein Problem sein! Rauskommen! Keiner von euch hat eine Chance! Jaden, du weißt doch, wie Mattia ist. Wenn ich dich nicht kriege, kriegt dich eben ein anderer. Und er hat ausdrücklich die Wichtigkeit von Mambas Tod hervorgehoben! Du weißt, wie dick sein Scheck war. Er hat jetzt verdoppelt!«
Jaden zog die Luft ein. »Wenn du mir noch etwas in Bezug auf Mattia sagen willst, dann jetzt! Wieso bist du ihm so viel Wert?«, fragte Jaden und sah mich an. Seufzend legte ich den Kopf gegen die Säule.
»Können wir vielleicht später darüber reden, wenn wir keinen mordenden Butcher im Nacken sitzen haben?«
»Nico hat recht. Es werden mehr kommen. Sehr viel mehr! Ich muss wissen, woran ich bin!«, keifte er.
»Was macht ihr? Überlegt ihr gerade, wen von euch ihr opfert? Kommt einfach beide raus!«, rief Nico.
»Halt doch mal die Klappe!«, rief ich und hörte sein Lachen.
»Die Kleine hat Temperament! Gefällt mir!«
»Vivienne, sag es mir!«, sagte Jaden nachdrücklich.
Ich kramte in meiner Handtasche und zog mein Handy hinaus. Es gab nur einen, der uns in dieser Situation weiterhelfen konnte.
»Wir haben keine Zeit dafür!«, zischte ich, er sah an der Säule vorbei und gab einen Schuss ab. Nico fluchte.
»Ich verspreche dir, ich erzähle dir alle Details, wenn wir hier raus sind. Aber entweder du schaffst es, den Pitbull zurückzupfeifen, oder wir brauchen anderweitig Verstärkung!«
»Nico, hau besser ab! Vergiss die eine Million und halt dich da raus! Hab Spaß mit Natascha und lass uns gehen!«
»Eine Million?«, fragte ich ungläubig und Jaden zuckte entschuldigend mit den Schultern. Nicos Lachen hörte sich nicht so an, als fände er den Vorschlag besonders gut.
Was sollten wir machen?
Versuchen Nico auszutricksen?
Oder Jeff zur Hilfe anrufen?

 

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