Blogroman: Poison

Blogroman – Poison – Kapitel 11

 

Vivienne

Tief durchatmend lehnte ich mich mit dem Rücken gegen die geschlossene Toilettentür. Glücklicherweise hatte mich das Vibrieren in meiner Handtasche kurz aus Jadens Bann gezogen. Denn hätte er noch ein einziges Wort gesagt, wäre ich direkt an Ort und Stelle über ihn hergefallen.
Er sah fantastisch aus in dem schwarzen Anzug und seine leichte Berührung hatte auf direktem Wege Blitze in meinen Unterleib geschickt.
Ich besann mich, zog mein Handy aus der Tasche und erkannte Jeffs Nummer.
»Muffin, ist alles in Ordnung?«, fragte er aufgebracht und ich drückte den Hörer enger an mein Ohr.
»Ja, klar, wieso?«
»Gut!« Er atmete erleichtert aus. Irgendwas war hier faul.
»Hast du deinen Spezialauftrag bereits angefangen?«
»Du meinst, Mattia?«, sagte ich gedämpft. Auch wenn ich augenscheinlich alleine hier in dem Raum war, man wusste schließlich nie.
»Sie haben jemanden auf dich angesetzt! Ich hab es über fünf Ecken eben erfahren und ich glaube, Mattia will dich ein für alle Mal aus dem Weg schaffen. Es war sicherer, als du noch in New York warst!«
»New York?«, fragte ich verwirrt. »Aber, woher wusste er denn, dass ich zurück bin?« Bis vor einem halben Jahr war ich einige Zeit weg, um einen Auftrag zu erledigen. Er war länger als geplant, und eigentlich hatte ich darüber nachgedacht einfach in New York zu bleiben. Aber irgendetwas hatte mich zurück nach Hause gezogen. Vielleicht wollte ich Jeff nicht zurücklassen, oder die Erinnerungen an meine Eltern, die überall hier in der Stadt klebten.
»Wo bist du?«, fragte er. Ich trat aus der Kabine und stellte mich vor den breiten Spiegel.
»In einem Restaurant.«
»Mit wem?« Seine Frage war fast ein dunkles Knurren. Jeff spielte die Rolle als Dad wirklich gut.
»Ich kann schon auf mich aufpassen.«
»Mit wem?«, wiederholte er seine Frage und ich seufzte. Jaden könnte doch unmöglich der sein, über den Jeff sprach. Ein Killer? Er machte zwar zwischendurch einen gefährlicheren Eindruck, aber das war doch alles nur Show, um mich ins Bett zu bekommen. Oder?
»Mit einem Freund.«
»Wie gut kennst du ihn?«
»Jeff, bitte! Was denkst du denn? Ich habe keine Angst vor Mattias Handlangern! So gefährlich können sie nicht sein, schließlich hatten sie des Öfteren Gelegenheit mich zu erledigen und liegen jetzt alle unter der Erde!«
»Okay, pass auf. Du gehst jetzt auf direktem Wege heim. Danach überlegen wir uns etwas.«
»Was weißt du über ihn?«, fragte ich, um die Tatsache herunterzuspielen, dass ich garantiert nicht nach Hause gehen würde.
»Er trägt den Decknamen Hit, mehr weiß ich nicht.«
Der Raum begann sich zu drehen. Sterne tanzten vor meinen Augen. Das war ein Zufall. Das musste ein Zufall sein!
»Jeff, ich muss Schluss machen«, sagte ich schnell.
»Melde dich, wenn du zuhause bist!«, hörte ich noch seine Stimme und drückte bereits auf den roten Hörer. Ich wählte Nataschas Nummer.
»Hi, Süße!«, begrüßte sie mich.
»Hi! Sag mal, heute Mittag, als wir telefoniert hatten, war doch dieser Nico noch im Hintergrund bei dir.«
Sie räusperte sich etwas beschämt. »Ja …«
»Was hatte er nochmal gesagt, als er gemerkt hat, dass ich dran war?«
»Hm … ich weiß nicht genau.«
»Hat er nicht gefragt, ob Hit noch bei mir wäre?«
Ich hielt die Luft an und lauschte. »Achja, genau! Hit, so nannte er seinen Freund. Der aus der Bar.«
Mist! Ich ließ den Kopf hängen.
»Danke Natascha. Ich melde mich später nochmal.«
»Okay, bye«, sagte sie verwirrt und ich legte auf. Hit. War er das tatsächlich?
Hatte er all das geplant und wollte seinen Auftrag heute Abend durchführen? Deswegen war er so hartnäckig gewesen …
Mein Kopf fuhr herum, als die Tür aufgedrückt wurde und ich hielt gespannt die Luft an. Blind fischte ich nach meiner Handtasche, in der meine Waffe war. Ich hatte sie immer bei mir.
»Alles in Ordnung?«, hörte ich Jadens Stimme und er spielte die fürsorgliche Rolle wirklich gut. Netter Versuch.
»Ja, klar.«
Er kam langsam auf mich zu und mein Herz raste in meiner Brust. Sein Blick fixierte meinen und ich versuchte, ihm auszuweichen, indem ich zurückging. Die harte Wand stoppte meine Flucht und Jaden blieb knapp vor mir stehen.
Er war ein Killer. Genauso wie ich. Und trotzdem hielt mich irgendetwas zurück, die Waffe in meiner Tasche einfach zu benutzen.
Er legte einen Finger unter mein Kinn und zwang mich, ihn anzusehen. »Ich hab mir Sorgen gemacht, dass dir etwas passiert wäre«, sagte er leise und seine Stimme vibrierte in meinem Inneren nach.
»Keine Sorge, ich bin wohl auf, Hit.« Seine Augen wurden kurz größer, als er den Spitznamen vernahm. Stille herrschte im Raum. Wir beide verharrten und sahen uns einfach nur an. Die Luft wurde immer dicker und ich war mir sicher, dass er meinen heftigen Herzschlag hörte. Adrenalin rauschte mir in den Ohren.
Blitzschnell öffnete ich meine Tasche und zog die Waffe hinaus. Doch Jadens Griff war schneller. Mit einem lauten Knall kam sie mit meiner Tasche auf dem Boden auf und er umfasste meine Handgelenke. Fast schmerzhaft drückte er mich gegen die Wand, ließ mein Gesicht jedoch nicht aus den Augen.
»Netter Versuch, Mamba. Ich dachte, du wärst besser.«
»Ich bin die Beste«, zischte ich und er grinste nur breit.
»Kann nicht sein, denn das bin ich bereits.«
Ich zog mein Knie nach oben und erwischte direkt seine Eier. Zischend ließ er meine Hände los und krümmte sich, während ich mich an ihm vorbeidrückte und zu meiner Waffe stürmte.
Doch er packte mich an den Schultern und schleuderte mich gegen die Wand. Laut entwich mir die Luft aus den Lungen, als mein Rücken heftig aufkam und er sich wieder gegen mich drückte.
»Mit solchen Kleinmädchentricks kriegst du mich nicht klein«, sagte er, aber ich hörte eindeutig noch die Schmerzen hinaus, die ich ihm verschafft hatte.
»Warten wir es ab.«
Er packte grob mein Kinn und sah mich an. Mit der anderen Hand zog er ein Butterfly Messer aus seiner Tasche, ließ es aufschnappen und drückte es gegen meine Kehle.
Alles in mir hätte eigentlich laut schreien sollen, doch sein eindringlicher Blick jagte mir etwas anderes als Angst ein. Lust. Es turnte ihn an, mich so zu sehen, und leider musste ich zugeben, mich ebenfalls.
»Tu’s doch«, sagte ich herausfordernd und drückte mich der Klinge entgegen. Brennend spürte ich den leichten Schnitt an meiner Haut, genauso heiß wie das Pulsieren zwischen meinen Beinen. Jaden keuchte, sein Atem wurde schneller, als das Blut meinen Hals hinunterlief und er es fixierte. Scheppernd kam das Messer auf dem Boden auf. Er packte meinen Kopf, setzte seinen Mund an meinen Hals und wanderte saugend nach oben.
Als seine Lippen meine fanden, drang er besitzergreifend mit seiner Zunge in meinen Mund. Ich kostete den leichten Hauch meines Blutes mit Jadens berauschendem Geschmack. All das vermischte sich zu einem sinneberaubenden Cocktail.
Jaden hob mich mit seinen Händen an meinem Po hoch und ich umschlang seine Hüften mit den Beinen. Stöhnend küssten wir uns und ich spürte seine Härte heiß zwischen uns pochen.
Oh Gott, ich wollte ihn so sehr in diesem Moment, wie ich noch nie zuvor etwas anderes gewollt hatte. Ich vergaß, dass wir bis eben noch im Begriff gewesen waren, uns gegenseitig umzubringen. Es zählte nur noch das Jetzt.
Jadens Finger tasten nach vorne und zogen mein Höschen zur Seite, während meine Hände seinen Gürtel öffneten. Er keuchte, als ich in seine Hose tauchte und seine Erektion in meine Hand nahm. Sein Finger drang ohne Vorwarnung tief in mich ein und ich legte den Kopf in den Nacken, weil ich das Gefühl kaum ertragen konnte und es trotzdem nicht genug war.
Ein Wimmern entfuhr mir, als Jaden sich mir entzog und mich herunterließ. Er drehte mich um und dirigierte mich zu dem Waschtisch. Mit den Händen stützte ich mich drauf ab und beobachtete ihn in dem Spiegel, wie er sich hinter mir in Position begab. Ich hörte das Zerreißen einer Kondompackung und mein Unterleib zog sich sehnsüchtig zusammen.
Vorfreude erfüllte alles in mir, als Jaden mein Kleid nach oben strich und mir einen festen Schlag auf eine Pobacke gab, der klatschend zwischen den Wänden hallte. Stöhnend schloss ich die Augen und drückte mich ihm entgegen. Ich konnte es kaum noch abwarten, bis ich ihn endlich spüren konnte.
»Du machst mich wahnsinnig«, knurrte er, zog mein Höschen nach unten und versenkte sich mit einem tiefen Stoß in mir. »Sieh mich an!« Seine Stimme klang heiser, erregend und setzte alles in mir in Brand, genauso wie seine Finger, die sich erregend in meine Taille drückten.
Unsere Blicke trafen sich in dem Spiegel, während er begann, sich in mir zu bewegen. Immer tiefer und kraftvoller wurden seine Stöße, während er den Finger an meine Klit setzte und mich zusätzlich stimulierte. Ich wusste nicht mehr wo oben oder unten war. Jaden brachte mich vollständig um meinen Verstand.
Endlich spürte ich das rhythmische Ziehen, was einen heftigen Orgasmus ankündigte. Die Finger seiner einen Hand fanden meinen Nacken und drückten mich ihm entgegen. In dem Moment, in dem Jaden mir mit der anderen einen erneuten Schlag auf den Hintern gab, zersprang ich in tausend Teile. Ich kniff die Augen zusammen, schrie meine Erlösung hinaus und hörte sein dunkles Keuchen, als auch er mir folgte.
Sekunden verstrichen, ehe ich mir wieder bewusst wurde, wer ich eigentlich war, bis Jaden sich von mir löste und mich umdrehte. Seine Augen hatten wieder diesen dunklen Ton, wie eben, als er in mir gewesen war. Doch jetzt blitzte dazwischen noch etwas anders hervor. Ein Hauch von Bernstein zog sich um seine Pupille.
»Das ändert nichts«, sagte er und ich hörte die Härte aus seiner Stimme, die mir eine Gänsehaut bescherte.
»Nein, das tut es nicht«, sagte ich leise.
Er senkte den Blick, schloss seinen Gürtel und ging Richtung Tür, ohne sich noch einmal umzusehen.
Was sollte ich tun? Ich wollte ihn nicht gehen lassen, andererseits war er so kalt zu mir gewesen, dass es mich fröstelte.
Ihn zurückhalten oder gehen lassen?

 

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3 Gedanken zu „Blogroman – Poison – Kapitel 11

  1. Das war sehr heiß!!!
    Tja was soll Vivienne tun?? Soll sie ihn gehen lassen oder nicht??? Ich würde ihn gehen lassen. Jayden wird wieder kommen. Hoffe ich!!

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