Blogroman - Beautiful Sin

Blogroman – Beautiful Sin – Kapitel 9

Kapitel 9

Adrijana

Die Sonne, die durch die Vorhänge kroch, kitzelte meine Haut und weckte mich. Eines musste man dem Ausblick lassen, der Sonnenaufgang war phänomenal. Gerne hätte ich ihn einmal direkt draußen auf dem Balkon betrachtet.
Plötzlich wurde ich stutzig, denn irgendetwas war anders als an den anderen Morgen. Ein schwerer Arm lag halb über mir und ich spürte einen gleichmäßigen Atem in meinem Nacken. Langsam drehte ich den Kopf. Und sah genau in Mister Darks Gesicht, der schlafend hinter mir lag und mich so eng an sich gezogen hatte, dass ich seine wirklich beachtliche Morgenlatte spüren konnte. Was war denn gestern Nacht passiert? Ich konnte mich nur daran erinnern, dass ich völlig wutentbrannt zurück in mein Zimmer gestapft war und von diesem Mistkerl nichts mehr hatte hören oder sehen wollen. Selbst mein Gefühl der Lust wurde komplett durch meine Wut verdrängt und ich konnte nicht sagen, auf wen ich wütender war. Auf ihn, weil er mir das antat und mir somit zeigte, dass er mich sehr wohl in der Hand hatte. Oder auf mich selbst, dass ich jedes Mal, wenn er nur mit dem Finger schnippte, auf der Stelle anfing, zu sabbern wie eine hirnlose Puppe!
Und jetzt lag er hier. Plötzlich dämmerte es mir. War das meine Chance, zu entkommen? Die Tür stand einen Spaltbreit offen, würde ich es bis zur Eingangstür schaffen oder zumindest bis zu einem Telefon, um Hilfe rufen zu können?
Ganz vorsichtig rutschte ich unter seinem Arm hervor und lauschte dabei auf jedes kleinste Geräusch, das er machte, um ihn nicht zu wecken. Als ich mich langsam aufsetzte, schaute ich noch einmal auf ihn herab. Seine Gesichtszüge waren komplett entspannt, seine Atmung ging gleichmäßig und ich konnte nicht fassen, wie unverschämt gut er selbst im Schlaf aussah. Mistkerl! Das waren die Schlimmsten! Denen man es nicht ansah, dass sie miese Arschlöcher waren! Leise stand ich auf und sah an mir herunter. Ich trug nur eines dieser dünnen Seidennachthemdchen und darunter nur ein Höschen. Aber ich hatte keine Zeit, mich um Klamotten zu kümmern! Ich musste abhauen.
Auf Zehenspitzen schlich ich zur Tür und schaute immer wieder zu Mister Dark zurück, der weiterhin schlief. Bei der Tür angekommen, öffnete ich sie vorsichtig. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und meine Finger wurden feucht.
Plötzlich ging alles ganz schnell.
Seine Arme tasteten suchend nach vorne, seine Lider flatterten auf. Mit aufgerissenen Augen sah ich nur, wie er sich ruckartig aufsetzte und das Zimmer absuchte, bis er mich gefunden hatte. Ich stürmte los! Rannte durch den Flur und hörte hinter mir sein lautes Fluchen. Rechts und links von mir befanden sich etliche Türen und ich testete einige von ihnen, die allerdings alle abgeschlossen waren. Was war das hier? Machte er so was öfter und hatte in den anderen Zimmern noch weitere Frauen? Doch das konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen …
»Bleib besser stehen!«, knurrte er und ich hörte schwere Schritte näher kommen. Ich sah die Haustür. Streckte die Hände danach aus. Doch bevor ich sie erreichen konnte, warf sich ein kräftiger Körper auf mich, umschlang mich und ging mit mir zu Boden. Mit seinen Armen federte er den Sturz ab, sodass ich nur einen leichten Ruck verspürte und sein extremes Gewicht mich nicht zerdrückte. Trotzdem lag er schwer auf mir. Er drehte mich um, sodass ich auf dem Rücken lag und ihm direkt ins Gesicht sehen konnte. Welches überhaupt nicht glücklich aussah. Sogar richtig angepisst. Ich wand mich in seiner Umklammerung, versuchte, meine Knie hochzuziehen, aber er klemmte meinen Körper so unter sich ein, dass ich keinerlei Chance hatte. Seine Hände umgriffen fest meine Handgelenke und drückten sie zu Boden.
»Ich bin eingeschlafen«, murmelte er ungläubig, als würde er es zu sich selbst sagen. »Und du kleines Miststück wolltest abhauen.«
»Fick dich!«, spie ich ihm entgegen und versuchte erneut, mich zu befreien. Keine Chance, es war zwecklos und mein Körper erschlaffte. Auf einmal änderte sich die Atmosphäre. Ich spürte seinen kräftigen Körper viel bewusster auf meinem. Seine Hosennaht drückte genau auf meine Mitte, mein Oberteil war bis zu meinem Bauchnabel nach oben gerutscht und meine Brustwarzen rieben hart an dem Satinstoff. Mein Blick wanderte von seinen dunklen Augen zu seinen Lippen und wieder zurück. Und auch er schien es zu spüren, denn er gab ein unterdrücktes Knurren von sich. Die Spannung zwischen uns war kaum auszuhalten und seine Finger bohrten sich tiefer in meine Haut. Ich stöhnte leise, als er begann, mir sein Becken entgegenzudrücken.
Und plötzlich konnte ich nicht mehr denken. Unsere Lippen kamen sich auf halbem Weg entgegen und prallten aufeinander. Es war kein vorsichtiger oder zärtlicher Kuss, sondern das genaue Gegenteil. Wir verschlangen uns förmlich. Seine Zunge glitt tief in meinen Mund, während ich ihm entgegenkam. Unsere Zähne stießen aneinander und das alles fühlte sich in meinem Inneren wie eine Explosion an.
Er nahm meine beiden Handgelenke in eine Hand und seine freien Finger wanderten meinen Körper hinab, bis er sie zwischen uns legte und über meinem Höschen meinen Kitzler rieb. In diesem Moment sagten wir nichts. Es gab nur mein lautes Stöhnen und sein Knurren, das zwischen uns alles beherrschte. Er löste die Finger von meiner Mitte und schob mein Höschen zur Seite. Ich drückte ihm mein Becken noch weiter entgegen. Egal, was er tat, ich wollte die Erlösung, die ich seit unserem ersten Aufeinandertreffen so dringend herbeisehnte.
Ich vernahm das Geräusch seines Reißverschlusses und er nestelte an seiner Hose, bis ich seine pralle Eichel an meinem Eingang spürte. Noch weiter spreizte ich die Beine für ihn, öffnete mich und wollte ihn endlich spüren. Sein Stoß, tief in mich, hatte daraufhin nichts Vorsichtiges. Er wollte mich besitzen und ich hatte nur einen verdammten Wunsch: Ich wollte in diesem Moment nur ihm gehören. Er trieb sich mit gleichmäßigen Bewegungen hart in mich und rieb mit dem Schambein über meinen Kitzler, sodass sich mein Höhepunkt in einer rasenden Geschwindigkeit aufbaute. Das Gefühl begann in meinem Unterleib, aber verteilte sich in jedes meiner Glieder. Seine Finger um meine Handgelenke drückten noch weiter zu und der leichte Schmerz stachelte mich sogar noch weiter an, mich ihm entgegenzudrücken. Unser Kuss wurde immer leidenschaftlicher und seine Bewegungen fast unkontrolliert, sodass ich das Gefühl hatte, dass auch er sich stark zusammenreißen musste, um nicht auf der Stelle zu explodieren. Daraufhin ließ ich einfach los und begrüßte meinen Orgasmus mit einem lauten Aufschrei. Er setzte den Mund an meinen Hals und biss in dem Moment zu, in dem auch er sich laut keuchend in mir ergoss. Heißer Schweiß lag fast schwer auf meiner Haut. Ich spürte meinen schmerzenden Rücken von dem harten Boden, auf den er mich gedrückt hatte. Seine Finger lockerten sich und er sah mich an. Auch in seinen Augen erkannte ich Überraschung. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit so etwas. Dass er mich bestrafte, ja, aber nicht, dass er mir solche überwältigenden Gefühle verschaffte, die ich zuvor noch niemals gehabt hatte.
Er steckte immer noch in mir und sah mich fast beschämt an. »Ich hab nicht … wir haben kein …« Zum ersten Mal erkannte ich so etwas wie Menschlichkeit in seinem Gesicht, das Bedauern ausdrückte, und war komischerweise fast schon erleichtert.
»Ich bin sauber, wenn du das meinst. Und bekomme seit meinem sechzehnten Lebensjahr Hormonspritzen. Ich hoffe, du …«
»Natürlich! Ich habe bisher immer ein Kondom benutzt!«, sagte er schnell und ich war erleichtert. Wäre das geklärt. Aber immer noch nicht, wieso wir so aufeinander reagierten oder was er überhaupt von mir wollte.
»Bleib hier. Ich versuche, dir alles zu erklären«, sagte er leise und seine Augen wanderten zwischen meinen hin und her, als hätte er etwas gesehen, was er schon lange gesucht hatte. Und genau das machte mir Angst. Doch eines ängstigte mich noch viel mehr. Dass sich in meinem Inneren gerade ein Gefühl von Vertrauen aufbaute, das ich dort eigentlich überhaupt nicht haben wollte!

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