Blogroman - Beautiful Sin

Blogroman – Beautiful Sin – Kapitel 5

Kapitel 5

Adrijana

Ich hätte schreien können vor Wut! Richtig laut, sodass es dieser arrogante Möchtegernarsch auch vor der Tür hörte! Wie konnte ich mich nur so von ihm einwickeln lassen? Ich dummes, naives Ding! Ich hatte doch schon vorher meine Reize dazu eingesetzt, das zu bekommen, was ich wollte. Wieso fiel es mir bei ihm so verdammt schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren?
Trotz, dass ich begann, ihn zu hassen, spürte ich weiterhin die Berührung seiner weichen Lippen und seines Bartes auf meiner Haut. Als wäre er immer noch hier.
Mist! Ich sollte nicht so denken! Ich wollte ihn überwältigen! Ihn verführen, sodass er nicht mehr Herr seiner Sinne war. Doch anstatt, dass ich ihn in meinen Bann ziehen konnte, stand ich völlig in seinem.
Ich rutschte vom Bett und sammelte meine Klamotten vom Boden auf. Nachdem ich meinen Slip im Badezimmer ausgewaschen und trocken geföhnt hatte, nahm ich eine Dusche, nutzte die Einwegzahnbürste, die auf dem Waschtisch lag und zog mich wieder an. Wenigstens fühlte ich mich danach besser. Trotzdem brauchte ich für die nächste Zeit etwas zum Anziehen. Wer wusste, wie lang ich in dem goldenen Käfig bei Mister Arschloch verbringen musste.
Genau das wollte ich ihm mitteilen, denn anstatt hier weitere Stunden abzusitzen, kam mir das äußerst sinnvoll vor. Also hämmerte ich gegen die Tür. Immer und immer wieder, bis sie endlich aufgezogen wurde und Mister Dark mit amüsiertem Blick auf mich herabsah.
»Was ist, hast du immer noch nicht genug?«, sagte er und seine Augen funkelten lausbubenhaft. »Bist du bereit, aufs Ganze zu gehen, Prinzessin?«
»Ach, halt die Klappe!«, erwiderte ich genervt. »Ich brauche neue Sachen, wenn du mich schon hier festhältst. Ein neues Shirt, frische Unterwäsche, Waschkram und so ein Zeug.«
»Von mir aus, kannst du gerne wie heute Morgen auf mich warten. Du brauchst keine Kleidung.« Damit knallte er die Tür vor meiner Nase zu und ich kreischte vor Wut und stampfte mit dem Fuß auf. Verzweifelt lief ich in dem Zimmer auf und ab und überlegte, wie ich endlich hier rauskommen konnte, bis erneut die Tür aufging und Mister Dark mit einer schwarzen Papiertüte unter dem Arm hereinkam. Mein Blick flackerte kurz zur geöffneten Tür hinter ihm.
»Denk nicht mal dran. Du würdest nicht weit kommen. Denkst du, ich bin so bescheuert und lasse die Haustür offen stehen?«, amüsierte er sich und leerte die Tüte auf dem Bett aus. Berge von Kleidung kamen zum Vorschein. Unterwäsche, Oberteile, sogar zwei neue Jeans. Ich sah ihn ungläubig an. »Ich hab schon gestern an dieses kleine Detail gedacht und dir was bestellt. Ich hoffe, es ist Ihnen genehm, Prinzessin.«
»Ich bin keine Prinzessin«, brummte ich und stand immer noch fassungslos mitten im Zimmer. Er nickte und ging erneut zur Tür. »Danke«, flüsterte ich. Er drehte sich zu mir um.
»Dank mir nicht zu früh«, sagte er leise, knallte die Tür wieder hinter sich zu und schloss die Tür ab. Wahrscheinlich hatte er recht. Viel zu sehr.

***

Es dauerte bis zum Abend, bis er erneut zu mir kam. Ich hatte schon die Hoffnung, er wollte mir etwas zum Abendessen bringen, denn mein Magen meldete sich seit einer Stunde unaufhörlich. Stattdessen stand er mit leeren Händen im Türrahmen.
»Was?«, keifte ich zickig. Normalerweise war ich nicht so, aber hier war kein Platz für Höflichkeiten.
»Ich dachte, vielleicht willst du mit mir zu Abend essen?« Er deutete hinter sich in den Flur und ich war erstmal einige Sekunden verdattert.
»Gehen wir aus? Wie schön, genug zum Anziehen hätte ich nun schließlich«, erwiderte ich zuckersüß und seine Mundwinkel zuckten, weil er sich ein Grinsen verkneifen musste. Wehe, er zeigte es, denn es stand ihm viel zu gut …
»Ich dachte eher an Pizza in der Küche«, erwiderte er lässig. »Aber ich kann gerne zwei Kerzen auf den Tisch stellen, wenn du Lust auf Candle-Light-Dinner hast. Aber nur, wenn ich danach einen Gutenachtkuss bekomme.«
Ich schnaubte, stand vom Bett auf und stapfte an ihm vorbei. »Wenn die Hölle zufriert vielleicht«, murmelte ich und hörte hinter mir ein Lachen. »Ich hoffe, du hast in der Küche richtig große Messer!«
»Ich glaube nicht, dass du mit richtig großen Sachen umgehen kannst«, sagte er plötzlich viel zu nah an meinem Ohr. Ich spürte seinen Körper hinter mir und blieb überrascht an der Schwelle zur Küche stehen.
»Wenn du wüsstest, wie gut«, wisperte ich und fühlte seine Hände ganz sanft meine Arme hinauf und wieder hinter streichen, was mir eine Gänsehaut verursachte. Mein dämlicher Körper sollte nicht so auf ihn reagieren, wirklich nicht! Also ging ich einen Schritt nach vorne, um ihm zu entfliehen.
»Ernsthaft?«, fragte ich und deutete mit hochgezogener Augenbraue zu den beiden Pizzen auf dem gigantischen Esstisch in der Ecke der chrombeladenen Küche, auf dem in der Mitte tatsächlich zwei hohe Kerzen standen.
»Ich wusste, du stehst auf solchen Scheiß«, sagte er, ging an mir vorbei und zog zwinkernd einen Stuhl hervor. Schmunzelnd setzte ich mich und er nahm gegenüber von mir Platz. Charmante Arschlöcher waren die gefährlichsten von allen.
»Du hättest wenigstens die Pizzen auf richtige Teller legen können, anstatt sie im Karton zu lassen.«
»Wieso? Macht nur unnötig Abwasch.«
»Ich glaube nicht, dass gerade du Wasser sparen musst«, erwiderte ich und griff nach dem ersten Stück. Es machte mir Angst, dass er wusste, dass ich gerne Gemüse auf meiner Pizza aß. Das konnte kein Zufall sein. »Was willst du von mir?«, fragte ich geradeheraus und biss ab. Er lächelte mich an, doch es war keines dieser überheblichen, nervigen, arroganten Art, sondern irgendwie erkannte ich darin fast so etwas wie Anerkennung. Und das verwirrte mich noch viel mehr, als wenn er weiterhin so kalt wie anfänglich blieb. Ich wollte ihn hassen, wirklich! Aber er machte es mir trotz dieser konfusen Situation nicht gerade einfach …

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