Blogroman - Beautiful Sin

Blogroman – Beautiful Sin – Kapitel 2

Kapitel 2

Brant

Eigentlich war ich mir nicht zu hundert Prozent sicher gewesen, dass sie wirklich die war, die ich suchte. Es hatte mich monatelange Recherchearbeit und zahlreiche Bestechungen gekostet, herauszukriegen, dass sie sich tatsächlich quasi vor meiner Nase befand. In einem meiner zahlreichen Stripclubs in halb Chicago. Doch wirklich sicher war ich erst, als ich ihren richtigen Namen genannt und ihre Reaktion darauf gesehen hatte. Es war eindeutig, dass sie Adrijana Barrera war. Die Tochter von Joseph Barrera und direktem Konkurrenten meiner Familie. Nachdem er verschwunden war, war ich mir sicher, hatte sie das Gegenstück, das ich suchte. Sie musste der Schlüssel sein, denn wieso sonst sollte Callum Lancester so akribisch nach ihr gesucht haben. Dieser alte Wichser hatte gedacht, dass ich es nicht mitbekommen würde, aber da hatte er mit dem Falschen gespielt. Denn ich war ihm mindestens zwei gute Schritte voraus. Ich hatte sie. In meinem Auto. Direkt neben mir.
Sie trug eine knallenge Jeans und ein lockeres Shirt unter einer abgewetzten Lederjacke, die ihr gute zwei Nummern zu groß war, ihr trotzdem verdammt gut stand. Aber sie hätte sicherlich in einem Kartoffelsack auf die Straße gehen können und die Leute würden sich trotz allem nach ihr umdrehen. Sie war heiß. Heißer, als ich angenommen hatte. Aber das sollte mich nicht von meinem Ziel ablenken. Ich hatte schon genug scharfe Frauen in meinem Bett gehabt, dass ich sicher war, auch dieser wunderschönen Sünde widerstehen zu können. Auch wenn mir ihre volle, vorgeschobene Unterlippe, die sie gerade präsentierte, einiges an Kopfkino bereitete.
»Wo fahren wir hin?«, fragte sie und sah mich an. Als ob ich ihr das sagen würde. Ich legte einen Arm lässig auf die Türverkleidung meines geöffneten Seitenfensters, während ich den anderen auf dem Lenkrad meiner Corvette Stingray legte. Auch wenn ich neben diesem Auto noch ungefähr zwanzig weitere besaß, war dieses hier doch mein liebstes. Alle Fenster waren getönt und das Blech und die Scheiben kugelsicher. Sicher war sicher.
»Du hältst dich nicht so mit Höflichkeiten auf, hab ich recht?«, fragte sie erneut und ich musste fast schmunzeln. Wenn sie wüsste, neben wem sie im Auto saß, würde sie nicht so eine große Klappe riskieren. Doch ich hatte keine große Lust, ihr Angst einzujagen und sie nachher vielleicht betäuben zu müssen, weil sie versuchte, abzuhauen.
»Du wirst sehen, wo wir hinfahren, wenn wir da sind.«
»Wow! Präzise Antwort, Mister Dark! Ich kenne noch nicht mal deinen Namen!«
»Was ändert das?«
»Kommt drauf an, was du mit mir vorhast.«
Nun musste ich doch lächeln. Die Kleine war wirklich nicht dumm. »Netter Versuch«, antwortete ich und sah kurz zu ihr rüber. Sie wandte den Blick ab, aber ich hatte gesehen, wie sie mich zuvor gemustert hatte. Fuck, jetzt wurde meine Hose doch eindeutig enger bei dem Gedanken, dass sie Interesse haben könnte.
»Wir fahren zu mir«, antwortete ich ihr und sie sog laut die Luft ein.
»Zu dir? Was wollen wir da?« Ja, das fragte ich mich auch. Eigentlich war der Plan gewesen, sie in eines meiner Hotels zu bringen und dort einzusperren, bis ich mir sicher war, wie ich weitermachen wollte. Doch jetzt, wo sie neben mir saß, war es eher eine spontane Entscheidung gewesen, sie mit in eines meiner Appartements zu nehmen. »Oh Mann, mit dir kann man wirklich eine richtig gute Unterhaltung führen! Du bist wahnsinnig aufschlussreich«, nörgelte sie.
Endlich hielt sie vollständig die Klappe, und als wir angekommen waren, öffnete ich mit meiner Fernbedienung die Tiefgarage unter meinem Appartement, um meinen Liebling abzustellen. Sie schnaubte, als sie die ganzen Luxusschlitten darin sah. War mir irgendwie von vornherein klar, dass ich sie damit nicht beeindrucken konnte. Sie war eben nicht eine ärmliche Tänzerin, wie sie jedem weismachen wollte, sondern kam selbst aus einer der einflussreichsten Familien in der gesamten Stadt. In einem anderen Leben, mit einer anderen Zukunft hätten wir beide zusammen sogar richtig etwas bewirken können. Aber nun nicht mehr und sie sollte eigentlich wissen, weshalb.
Ich stieg aus und umrundete den Wagen, um ihr die Tür zu öffnen. Nicht, weil ich ein großer Gentleman war, sondern eher, weil ich verhindern wollte, dass sie doch noch einen Fluchtversuch wagte.
»Komm«, sagte ich, aber sie schüttelte den Kopf und machte keinerlei Anstalten, ihren Gurt zu lösen und auszusteigen.
»Vergiss es! Wer weiß, wohin du mich verschleppst. Das Haus hier hat sicherlich einen Kerker unter diesem protzigen Parkhaus!«
»Komm!«, knurrte ich erneut und versuchte, sie mit bedrohlichem Blick dazu zu kriegen, das zu tun, was ich sagte. Nicht, was sie wollte! Wo kämen wir denn da hin?
Sie schnaubte nur.
Kurzerhand beugte ich mich über sie, löste ihren Gurt und umfasste ihre Taille, damit ich sie aus dem Auto ziehen konnte. Mit einem Schwung hing sie strampelnd über meiner Schulter und trommelte mit den Fäusten auf meinen Rücken. Nur mit einem Arm musste ich ihre Beine fixieren, damit sie an Ort und Stelle blieb. Sie war wirklich ein Leichtgewicht und hatte gegen meine hundertzwanzig Kilo Kampfgewicht nicht die geringste Chance. Fast musste ich über ihre Versuche lachen.
Ich hob ihre Handtasche aus dem Wagen, warf die Tür zu und ging zu den Fahrstühlen. »Lass mich runter, du krankes Tier! Sofort!«, schrie sie und es hallte laut durch die Tiefgarage. »Los!«
Glücklicherweise gehörte dieses Stockwerk hier komplett mir, genauso wie der Lift, der direkt in mein Appartement führte. Es würde uns niemand entgegenkommen und eventuell aufhalten. Wobei es sich sowieso niemand traute.
Im Aufzug steckte ich den passenden Schlüssel in das Schloss und der Lift setzte sich in Bewegung, während ich begann, locker zu pfeifen.
»Du verdammter Wichser! Mit einer Entführung machst du dich so was von strafbar!«
»Wie niedlich. Erstens haben mich viele andere Menschen schon viel schlimmere Dinge genannt und zweitens wäre Entführung das kleinste Übel, was auf meiner Liste der Straftaten steht. Gib dir keine Mühe, Prinzessin.«
»Ich bin keine Prinzessin!«, schrie sie und trommelte weiter auf meinem Rücken herum. So langsam wurde sie mir ein wenig lästig.
Die Türen glitten auf und ich durchquerte auf direktem Wege den lang gezogenen Flur auf dem Weg zum Gästezimmer. Dort warf ich sie mit Schwung auf die Matratze des breiten Doppelbettes.
»Die beste Entscheidung wäre es, einfach liegen zu bleiben. Mach keinen Ärger, dann lass ich dich in Ruhe«, sagte ich und sie rutschte weg von mir und drückte sich mit dem Rücken gegen das Kopfteil. Nun sah ich ihren Kampfgeist ein wenig schwinden und ihre Hautfarbe wurde auf einmal blass.
»Du wirst mich doch nicht …«
Ich runzelte die Stirn. »Vergewaltigen? Keine Sorge, wenn ich ficken möchte, gibt es drei Dutzend Frauen, die mir freiwillig zur Verfügung stehen. Dafür muss ich niemanden zwingen, aber dir entgeht definitiv etwas.« Ich zwinkerte ihr zu und bevor ich mich umdrehen konnte, sah ich noch im Augenwinkel, wie sie mir den Mittelfinger entgegenstreckte.
»Ich bin unschuldig …«, flüsterte sie auf einmal, und ich hielt an der Tür inne. Ich drehte meinen Kopf leicht zu ihr. »Das sagen sie alle«, sagte ich in bitterem Tonfall und verließ das Zimmer.
Die ganze Sache würde schwieriger werden, als gedacht.

8 Gedanken zu „Blogroman – Beautiful Sin – Kapitel 2

  1. Gut dass das zweite Kapitel heute morgen erst gelesen habe, sonst hätte ich die Nacht nicht geschlafen.
    Wahnsinn, da zermahle ich mir jetzt das Hirn, was er vorhat. Sehr zum Leidwesen meines Chef .

    Ich hoffe ja jetzt schon, das es den Blog Roman auch in Papier Form gibt.

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