Blogroman: Poison

Blogroman – Poison – Kapitel 7

 

Vivienne

»Grün«, antwortete Jaden und ich wurde immer neugieriger. Was war das hier für ein Laden? Anscheinend kam Jaden hier öfter her, denn die Empfangstante, die ihn mit ihren Augen fast peinlich auszog, kannte ihn. Aber vor allem interessiert es mich, was die Farben der Zimmer bedeuteten. Ich konnte mir zwar denken, für was es stand, aber da ich von Natur aus ziemlich neugierig war, musste ich es auch wissen. Das war vielleicht auch mit ein Grund, weshalb ich mitgefahren war, denn Jadens herrische Art hatte mich gleichzeitig rasend und unfassbar angemacht.
Besitzergreifend griff er wieder nach meiner Hand und führte mich einen Gang hinunter. Die Wände waren mit verschnörkelten, schwarzen Samttapeten überzogen und einzelne goldene Lampen säumten unseren Weg. Alles hier drin schrie nach Sex und die Anspannung in meinem Körper wuchs unaufhörlich an. Genauso wie das Pulsieren zwischen meinen Beinen, als Jadens Finger über meinen Handrücken strichen.
»Alles okay?«, fragte er mich und suchte meinen Blick. Er brauchte sich keine Sorgen zu machen, denn das letzte, was ich hatte, war Angst und das lag nicht an dem Klappmesser in meiner Handtasche. Nur Neugierde. Und unfassbare Lust.
»Sicher«, wisperte ich und er zwinkerte mir kurz zu, bis wir hinter einer schwarzen Tür einen großen Raum erreichten. Die Bar darin zog sich über die gesamte gegenüberliegende Seite. Dahinter stand ein gutaussehender Typ in einem weißen Hemd mit schwarzen Hosenträgern, der uns neugierig musterte. Jadens Finger zogen sich ein Stück enger um meine Hand, als er es bemerkte und ich musste fast laut loslachen. Männer und ihr Testosterongehabe …
Die kleinen Sitznischen am Rand waren fast alle mit Pärchen belegt. Die Männer trugen teuer aussehende Anzüge und die Frauen hatten sich ziemlich aufgetakelt. Wahrscheinlich weil sie Angst hatten, sonst keinen Mann zum Vögeln abzukriegen. Das war mir glücklicherweise noch nie passiert …
Unsere Schritte wurden durch den roten Teppich geschluckt, als Jaden uns in eine Nische führte und sich gegenüber von mir setzte.
»Was ist das hier?«, fragte ich und Jaden lächelte kühl.
»Das wirst du noch früh genug herausfinden.«
Ich schnaubte. »Kannst du auch eine Frage ohne Rätsel beantworten?«
Er lachte und diesmal erreichte es auch seine Augen. »Vielleicht bist du mir zu neugierig?«, grinste er.
»Vielleicht bist du mir zu anstrengend.«
»Was darf es zum Trinken sein?«, wurden wir von dem Barkeeper unterbrochen. Unverkennbar glotzte er mir von oben direkt in meinen Ausschnitt und ich musste schmunzeln, als ich sah, wie sich Jadens Muskeln unter dem Anzugsstoff anspannten.
»Was haben Sie für Whisky Sorten?«, fragte ich und kaute auf meiner Unterlippe. Klar, der Barkeeper war heiß, wenn er auch nicht die gleiche einnehmende Ausstrahlung wie Jaden hatte. Und eigentlich wollte ich ihn nicht wirklich anmachen, sondern es machte mir irgendwie Spaß Jaden zu reizen. Und anscheinend funktionierte es.
»Zwei Macallan! Schnell«, knurrte er und unterbrach damit den Barmann, bevor er antworten konnte. Ich sah Jaden schmunzelnd an, denn er hatte gerade, nur um sein Revier zu markieren, den teuersten Whisky überhaupt bestellt. Mir sollte es recht sein.
»Rutsch rüber«, sagte er, stand unvermittelt auf und setzte sich neben mich. Mein Herz schlug einige Takte schneller, als er seinen Arm auf die Rückenlehne der Sitzbank ablegte und seine Hand besitzergreifend um meinen Nacken schlang. Langsam zog er mich zu sich und küsste zart auf meinen Hals.
»Ich weiß genau, was du hier abziehst und leider funktioniert es auch noch. Eigentlich wollte ich erst einmal in Ruhe meinen Whisky genießen, dich vielleicht etwas vorbereiten … aber anscheinend kannst du es nicht abwarten, bis ich dich endlich richtig hart ficke, oder?«, raunte er und eine Gänsehaut überzog meinen Körper. Seine Hand löste sich von mir und legte sich auf meinen Oberschenkel. Ich trug immer noch kein Höschen und war mir sicher, Jaden hatte das nicht vergessen.
Er lehnte sich nach vorne, stützte sich mit dem linken Arm auf dem Tisch ab, während seine andere Hand, verdeckt unter der Tischplatte, langsam mein Bein hinaufwanderte. Alles in mir pochte und ich wünschte mir nichts mehr als seine Berührungen. Vielleicht waren die Nischen deshalb so gut voneinander abgeschottet, aber gerade das kam mir sehr gelegen.
Seine Fingerkuppen hatten meinen Innenschenkel erreicht und ich war mir sicher, ich würde umgehend kommen, wenn er mich nur leicht berühren würde. Als sein Zeigefinger dann auf meine Klit traf, unterdrückte ich mir ein lautes Aufstöhnen.
»Erzähl mir etwas von dir«, fragte Jaden unschuldig und sah mich an. Mein Atem ging immer schneller, den sein Finger wanderte durch meine feuchte Spalte und verharrte vor meinem Eingang, während sein Handballen weiterhin fest meinen Kitzler massierte. Das Kribbeln baute sich in einer unfassbar rasenden Geschwindigkeit auf und ich stand kurz vor der Explosion, als ich spürte, wie sein Finger Stück für Stück in mich eindrang.
»Was soll ich dir erzählen?«, zischte ich durch die Zähne und krallte mich unauffällig an dem roten Samtstoff des Sitzes fest. Jaden grinste bis über beide Ohren und ich versuchte ihm ein wenig nach hinten zu entkommen. Doch seine Finger bewegten sich in einem gemächlichen Tempo rein und raus und mein Hirn hatte vergessen, wie man dachte. Oder atmete.
»Du trinkst Whisky?«
»Oh Gott, ja!«, stöhnte ich, als die Geschwindigkeit endlich etwas zunahm und Jadens charmantes Lächeln weitere Blitze zwischen meine Beine schickte. Seine Augen waren immer noch so dunkel wie in der Bar und ich fühlte mich davon von Haut und Haaren verschlungen.
»Bitteschön«, unterbrach uns der Barkeeper und stellte die Gläser auf den Tisch. Glücklicherweise sah der Typ nicht, was Jaden gerade mit seiner Hand anstellte, aber anstatt, dass er sich aus mir zurückzog, bewegte er sich einfach weiter. Sadist! Denn ich wollte nichts mehr, als endlich Erlösung zu finden. In dem gemächlichen Tempo befand ich mich jedoch nur am Rande zu einem Höhepunkt und Jaden spielte mit dieser Grenze, als wüsste er genau, was er damit, in mir auslöste.
Der Barkeeper grinste mir noch einmal zu und ich zwang mich zu einem Lächeln. Schweißperlen liefen mir den Rücken hinunter, weil ich mich anstrengte, ihn nicht wissen zu lassen, was wir hier gerade abzogen.
»Danke«, sagte Jaden eindringlich und glücklicherweise verschwand der Typ von unserem Tisch.
Jaden entzog sich mir und ich unterdrückte ein frustriertes Wimmern. Mit seiner Hand in meinem Nacken zog er mich an sich und drückte seine Lippen auf meine. Der Kuss war alles anders als sanft. Bestimmend schob er seine Zunge zwischen meine Lippen und nahm mich vollständig in Besitz. Ich krallte mich in den Stoff über seinen breiten Oberarmen und stöhnte schamlos. Ich wollte ihn, jetzt!
»Scheiß auf den Whisky, lass uns bitte endlich in dieses verdammte Zimmer gehen«, wisperte ich vor seinen Lippen und spürte sein Lächeln.
»Nichts lieber als das«, sagte er und ich wäre fast aufgesprungen und hätte gejubelt. »Mist«, brummte Jaden auf einmal und löste sich von mir. Er zog sein Handy aus der Hosentasche, das einen Anruf anzeigte, und fluchte leise.
»Baby, ich muss da rangehen. Bitte warte auf mich und wehe du vögelst dafür den Barkeeper!« In seinem letzten Satz schwang eine unterdrückte Drohung mit, als er aufstand und mit dem Telefon am Ohr den Raum verließ. Verdammt!
Ich war so unendlich aufgeheizt, dass ich sogar Schwierigkeiten hatte, mich nicht selbst anzufassen.
»Alles in Ordnung?«, hörte ich die Stimme des Barkeepers und sah nach oben. Klar, dass er sich so eine Möglichkeit nicht entgehen ließ. Aber ich hatte in der Tat kein wirkliches Interesse an ihm. Ich wollte in diesem Moment nur Jaden, so schnell es ging!
»Ja, danke«, sagte ich etwas unterkühlter und er zog eine Augenbraue hoch.
»Wurdest du von dem Typen versetzt? Ich würde nicht ans Telefon gehen, hätte ich so eine heiße Frau in meiner Begleitung.«
Ich seufzte. Er würde wahrscheinlich nicht eher locker lassen, bis ich ihm unmissverständlich klar gemacht hätte, dass er sich besser eine andere Eroberung aussuchen sollte. Oder Jaden würde wieder auftauchen, was mir selbst ganz recht wäre.
»Danke für das Angebot …«, ich stand auf und richtete mein Kleid, bevor er doch noch einen Blick auf etwas warf, was heute nicht für ihn bestimmt war. » … aber ich habe wirklich kein Interesse. Entschuldigung.« Ich drückte mich an ihm vorbei und lief in den Flur, aus dem wir gekommen waren. Kein Telefonat war so wichtig, dass es mich jetzt von meinem heutigen Ziel abhielt. Mir von Jaden Archer den Verstand rausvögeln zu lassen!
Ich durchquerte das Foyer und sah mich um, doch Jaden war nicht in Sicht. Vielleicht war er rausgegangen, um in Ruhe telefonieren zu können.
Die Empfangsdame lächelte mir unecht zu und nickte in Richtung Ausgang. Wusste ich es doch!
Ich drückte die schwere Holztür auf und erstarrte.
Von hier sah ich Jadens breiten Rücken und lange, rote Fingernägel krallten sich in seinen Nacken. Ich erkannte nur blonde Haare, aber sah die Frau vor Jadens kräftigem Körper dazu nicht und es war unverkennbar, was hier gerade abging!
Hatte er auf einen Dreier gehofft und sie vielleicht sogar angerufen? War das sein verdammter Ernst?
Ich war Einzelkind und noch nie gut im Teilen! Vor allem nicht meinen Mann … Pardon, den Mann meines heutigen Abends!
Shit!

Was soll Vivienne tun?

Heimlich Abhauen?
Oder Jaden darauf ansprechen?

 

<< Kapitel 6

Kapitel 8 >>

5 Gedanken zu „Blogroman – Poison – Kapitel 7

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.